Guerre à la guerre – Guerre au G7

Die sieben mächtigsten, westlichen, imperialistischen Nationen treffen sich diese Woche hinter verschlossenen Türen. Als Antwort darauf versammelten sich im hochmilitarisierten Genf zehntausende Internationalist:innen, Antiimperialist:innen und feministisch Kämpfende aus der gesamten Schweiz und Umgebung, um ihren Widerstand auf die Strasse zu tragen. So nahmen sich mehrere zehntausende Menschen entschlossen und voller Kraft die Genfer Innenstadt. Die gemeinsame Stärke und Solidarität der Teilnehmer:innen und Passant:innen war für alle an diesem Tag spürbar.

Die tektonischen Platten der imperialistischen Weltordnung knirschen schon seit längerem gewaltig. Die Bruchlinien liegen längst offen: Vom Stellvertreterkrieg zwischen der NATO und Russland in der Ukraine bis hin zu den US-Aggressionen in Westasien (Iran) und Südamerika (Venezuela, Kuba) – All das sind Vorboten eines grösseren Erdbebens. Die USA rüsten sich für die historische Konfrontation mit China, die ihren endgültigen Abstieg besiegeln könnte. Um ihre schwindende Vormachtstellung zu retten, wollen sie die gnadenlose Kontrolle über die globalen Ressourcen- und Warenströme absichern. Europas Imperialist:innen zittern derweil. Sie wissen, dass sie sich für den Schutz ihrer Profite nicht mehr blind auf die rohe militärische Gewalt der USA verlassen können. Die Konsequenz? Ein beispielloser, flächendeckender Rüstungswahn, der nicht nur die Militärbudgets in Europa explodieren lässt, sondern auch direkt die Kassen der US-Rüstungsindustrie und ihrer Investor:innen füllt.

Aus der 1975 zur Bewältigung der Ölkrise gegründeten „Group of Six“ wurde die G7. Ihre Zusammensetzung und die Themen änderten sich mit den Krisen des Kapitalismus über die Jahre, doch der Kern blieb konstant: Sie waren immer der exklusive Klub der imperialistischen Staaten der Welt. Dieses Jahr steht die globale Neuaufteilung der Welt im Fokus; die europäischen Staaten wollen die unberechenbaren USA im Krieg mit Russland auf ihrer Seite wissen. Auf der Agenda stehen zudem „Künstliche Intelligenz“ und das heuchlerische Märchen vom „Abbau globaler Ungleichheit“. Als Feigenblatt lädt man sich dazu gerne Staatschefs aus dem Globalen Süden ein – Hauptsache, sie kuschen vor westlichen Interessen. Ein Paradebeispiel dieser Doppelmoral ist der nützliche Handlanger des Westens, der selbsternannte syrische Interimspräsident Ahmed al-Scharaa (al-Dschaulani). Der islamistische Reaktionär fordert die Zerschlagung der kurdischen Frauenselbstverteidigungseinheiten YPJ und die Unterwerfung der revolutionären, autonomen Gebiete Rojavas unter seinen Staat.

Genau hier verschränken sich unsere Kämpfe. Die feministischen Streikkollektive der Westschweiz und internationalistische Gruppen haben am 14. Juni am Rande des Gipfels klargemacht: Feminismus und Antiimperialismus sind untrennbar! Die Forderungen der feministischen Bewegung nach radikaler Aufwertung von Care-Arbeit und echter Befreiung sind absolut inkompatibel mit einer imperialistischen Weltordnung, die auf der systematischen Ausbeutung von Mensch, Natur und insbesondere weiblicher Arbeitskraft basiert. Ausbeutung, patriarchale Unterdrückung und Kriegstreiberei sind Säulen desselben mörderischen Systems.

Unser Widerstand hat Tradition und einen hohen Preis. Beim G8-Gipfel in Genua 2001 wurde unser Genosse und Antifaschist Carlo Giuliani von den Bullen ermordet. Sein Kampf ist unser Kampf. Wir wissen dass es sich lohnt für die befreite Gesellschaft zu kämpfen!

Carlo vive!
Free Palestine!